Klimaschutz auch als Chance für Bau-Branche sehen Drucken E-Mail

klimaBesuch aus der Hauptstadt erhielten die Beschäftigten des Bundesvorstands der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Frankfurt/M. am 23. Oktober 2008. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel war zu Gast, um über Umwelt- und Klimaschutz zu reden und zu diskutieren. „Wir sind stolz, dass du zu uns gekommen bist“, begrüßte IG BAU-Bundesvorsitzender Klaus Wiesehügel den Gast. Umwelt- und Klimaschutz seien schon lange Themen, mit denen sich die Gewerkschaft beschäftigte.


Stehe doch das A und U für die „grünen Bereiche“ innerhalb der IG BAU. Bereits Ende der 80er Jahre habe man das Programm „Bauen und Umwelt“ vorangetrieben. Weitere folgten. Momentan spiele die Energetische Gebäudesanierung eine besondere Rolle. „Veränderungen im Baubereich werden auch Arbeitsplätze schaffen“, hob Wiesehügel hervor. Betonte aber gleichzeitig, dass nicht nur deswegen Bewegung in den Klimaschutz kommen müsse. Denn „wie wird die Welt aussehen, wenn wir weiter so mit ihr umgehen?“

Bundesminister Gabriel ging in seinem kurzen Vortrag zunächst auf die allgemeine Bevölkerungsentwicklung ein. In rund hundert Jahren habe diese sich bald von 2,5 auf neun Milliarden Menschen erhöht. „Und die wollen alle leben wie wir. Mit Autos, Kühlschränken“ und ähnlichen Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs. „Sollen wir denen sagen: Tut uns leid, ihr seid zu spät.“ Vornehmlichstes Problem hierbei seien die begrenzten Ressourcen an Rohstoffen, um die schon jetzt die Verteilungskämpfe begonnen hätten. Als Beispiel dafür nannte Gabriel die Auseinandersetzungen in der sudanesischen Region Dafur, in denen es hauptsächlich um den Zugang zu Wasserquellen ginge. Darüber hinaus gebe es in Afrika bereits mehr Flüchtlinge aufgrund des Klimawandels als von Kriegen. „Klimaschutz ist kein ökologisches Blümchenschützer-Thema, sondern der Garant für weltweite Sicherheit und Stabilität.“

Für die Baubranche böten Maßnahmen zum Klimaschutz eine sehr große Chance. In ihrer Studie „Bauen als Klimaschutz“ geht die Deutsche Bank Research davon aus, dass bis zum Jahre 2030 rund 340 Milliarden Euro investiert und Tausende neue Arbeitsplätze geschaffen würden. „Der Gebäudebereich ist der größte Brocken.“ Für die Sanierung von Altbauten bestünden bereits Zuschuss-Programme. „Aber wir müssen noch dringend etwas für den Mietwohnungsbau tun.“

Nicht zu unterschätzen sei aber auch das Problem des Fachkräftemangels. Gabriel machte hierfür auch die verfehlte Bildungspolitik in Deutschland verantwortlich. „Dem Spielkasinokapitalismus haben wir innerhalb von einer Woche geholfen. Aber wir sind immer noch nicht in der Lage, eine vernünftige Bildung zu garantieren.“

Dies konnte IG BAU-Bundesvorsitzender Klaus Wiesehügel zum Abschluss der Veranstaltung nur bestätigen. Die Auswirkungen des sich verstärkenden Fachkräftemangels seien nicht zu unterschätzen. Erschreckend sei aber auch, „dass die Arbeitgeber immer noch nicht erkennen, welche Chancen ihnen die Maßnahmen zum Klimaschutz bieten, sich hierauf einstellen und sich und ihr Personal entsprechend qualifizieren“.

von IG Bau: www.igbau.de

 
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